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Diabetestherapie mit Verzögerungsinsulinen: Insulinanaloga



Diabetes mellitus kann mit verschiedenen Verzögerungsinsulinanaloga behandelt werden. Zu den Insulinanaloga mit langer Wirkdauer, die in der Diabetestherapie zum Einsatz kommen, gehören das Insulin detemir und das Insulin glargin.

Insulin detemir: Wirkdauer bis zu 24 Stunden

Wirkungsbeginn maximale Wirkung Wirkdauer
1 bis 2 Stunden nach 8 bis 10 Stunden bis zu 24 Stunden
Das lang wirkende Insulin detemir wird als klare Lösung verabreicht, daher ist kein Durchmischen vor der Injektion erforderlich. Die Wirkung von Insulin detemir wird mithilfe einer molekularen Veränderung durch eine Bindung an das Eiweiß Albumin, das sich im Blut befindet, verzögert. Das Insulin detemir wird sehr langsam und gleichmäßig aus dieser Bindung freigesetzt. Im Gegensatz zu anderen Verzögerungsinsulinen ist die Wirkung von Insulin detemir wenig variabel und sehr gut voraussagbar. Insulin detemir wendet der Patient je nach Bedarf ein- oder zweimal täglich an. Kommt es zweimal täglich zum Einsatz, lässt sich nach zwei bis drei Anwendungen ein stabiler Zustand erreichen. Das bedeutet, dass die basalen Insulinwerte im Blut kaum schwanken.

Besonders Diabetespatienten, die Probleme mit einem hohen Nüchternblutzucker oder nächtlichen Unterzuckerungen haben, profitieren von der Therapie mit Insulin detemir. Es ist nicht möglich, die Lösung von Insulin detemir mit anderen Insulinlösungen zu mischen.

Insulin glargin: Wirkdauer über 24 Stunden

Wirkungsbeginn maximale Wirkung Wirkdauer
3 bis 4 Stunden nach 8 bis 14 Stunden über 24 Stunden
Das Verzögerungsinsulin Insulin glargin ist ein besonders langwirksames Insulin. Es bildet eine klare Lösung, daher ist kein Durchmischen vor der Injektion erforderlich. Der Vorteil von Insulin glargin ist eine sehr langsame und gleichmäßige Insulinfreisetzung. Ermöglicht wird diese durch eine Veränderung des Moleküls, die bewirkt, dass das Insulin glargin nach der Injektion sehr feine Insulinkristalle bildet. Die Insulinkristalle lösen sich dann langsam und gleichmäßig wieder auf. Insulin glargin wirkt nach drei bis vier Stunden – die maximale Wirkung wird nach acht bis 14 Stunden erreicht. Die Wirkung hält 24 Stunden oder sogar länger an. Insulin glargin sollte der Diabetespatient einmal täglich immer zur selben Zeit anwenden. Nach zwei bis vier Tagen lässt sich so ein stabiler Zustand erreichen – das bedeutet, dass die basalen Insulinwerte im Blut nur wenig schwanken.

Insbesondere Diabetespatienten, die Probleme mit einem hohen Nüchternblutzucker oder nächtlicher Hypoglykämie (Unterzuckerung) haben, können von diesem Verzögerungsinsulin profitieren. Das Mischen von Insulin glargin mit anderen Insulinen ist nicht möglich.

Vorteil der langwirksamen Insulinanaloga: keine Wirkspitzen

Bei Untersuchungen haben sich Vorteile dieser beiden Insulinanaloga gegenüber den Intermediärinsulinen – auch NPH-Insuline genannt – ergeben. Die Wirkungskurve ist bei den langwirksamen Insulinanaloga sehr flach. Anders als beim NPH-Insulin gibt es keine Spitzen in der Insulinwirkung nach etwa vier bis sechs Stunden. Die Einstellung eines Diabetespatienten ist daher mit diesen langwirksamen Insulinanaloga gut steuerbar.

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